Gemeinsam mit Adapter und dem Projektbüro Hamburg wurde an der Königstraße 1A in Stuttgart erprobt, wie die Innenstadt zur „gemeinsamen Mitte aller“ werden kann. „Forschung kann immer nur eine Erkenntnis in einem bestimmten zeitlichen Moment festhalten. Doch Menschen und ihre Umwelt verändern sich ständig.“
LU’UM übernahm die Durchführung der Aktionswoche und übersetzte die AKUT-Ziele künstlerisch-experimentellen Formaten um: temporäre Begegnungsräume entstanden, Perspektiven verschoben sich, Irritationen waren gewollt. Themen wie Kulturstadt, Soziale Stadt und Klimastadt wurden in den Stadtraum getragen. Ziel war es, auch Menschen zu erreichen, die sonst wenig Berührung mit Stadtentwicklung haben – niedrigschwellig, sichtbar und für alle zugänglich.
Aktionswoche für Teilhabe im Öffentlichen Raum
Team: Adapter, Projektbüro, LU'UM
Kunde*in: Stadtplanungsamt Stuttgart
2024-2025
Team LU'UM: Lucas Bartholl, Ali Haji, Hasible Kilci
Fotos: Vuk Kokot, Ali Haji

Als transdisziplinärer Ansatz Urbaner Praxis verband die Woche Kunst, Design, Stadtplanung und soziale Arbeit zu einem taktischen Eingreifen in die alltägliche Stadterfahrung. Im Mittelpunkt stand ein künstlerisches Verfahren des Zuhörens – ein Raum, in dem „das Dasein der Anderen nicht zwangsläufig unsere Identität in Frage stellen muss“. Statt Daten zu erheben, wurden Situationen geschaffen, in denen Wahrnehmung selbst zur Form der Teilhabe wurde. Durch performative, spielerische und erfahrungsbasierte Interventionen wurde der Stadtraum zum Labor für demokratische Aushandlung und zu einem Möglichkeitsraum zwischen Institution und Straße.
Die Aktionswoche zeigte schließlich, was passiert, wenn Stadtverwaltung, Akteurinnen und Stadtmacherinnen gemeinsam experimentieren.
Der Tag begann mit einer offenen Lesung vor der 1a Lage. Ein Stuhlkreis, freie Plätze, Brezeln und Kaffee schufen eine einladende Atmosphäre. Passantinnen, Sozialarbeiterinnen, Vertreterinnen der Stadtplanung und Nachbarinnen kamen zusammen. Text und Gespräch wurden zur gemeinsamen Einstimmung auf das Tagesthema.



Am Dienstagmittag sang die Sopranistin Josefin Feiler (Stuttgarter Staatsoper) mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz komponierte Arien, bestehend aus Texten aus dem Konzeptpapier von AKUT zur Transformation der Stuttgarter Innenstadt. An drei Orten - Herzog-Christoph-Denkmal, Palast der Republik, Kleiner Schlossplatz - wurden die Arien der Öffentlichkeit vorgetragen. Eine einfache Leiter diente als mobile Bühne, begleitet von einem Infowagen mit weiterführenden Materialien zum AKUT-Projekt. Ziel der Straßenoperette war es, durch einen Moment der Irritation die Passant:innen zur Auseinandersetzung mit dem Transformationsprozess anzuregen. Gleichzeitig wurde erprobt, wie Kultur im öffentlichen Raum Barrieren abbauen kann und andere Zielgruppen erreichen kann. Über allem stand die Frage, wie Stadtentwicklungsprozesse von den künstlerischen Mitteln der Hochkultur profitieren können.


Im Sinne des Situationismus wurde gemeinsames Gehen als Wahrnehmungsübung genutzt, um Routinen zu durchbrechen und die Stadt neu zu erleben. „Kulturstadt“ thematisierte die Zugänglichkeit von Kulturinstitutionen, der „Spaziergang der Kontraste“ beleuchtete ökologische Aspekte der Klimastadt, und der „Nachtspaziergang Soziale Stadt“ machte soziale Ausschlüsse erfahrbar. So wurden Unsichtbares und Strukturen der Stadt sichtbar und erfahrbar.

Stuttgart zählt zu den am stärksten von Hitzebelastung betroffenen Städten und könnte bis 2050 zur heißesten Stadt Deutschlands werden. Um auf diese Herausforderung aufmerksam zu machen, wurde am Mittwochmittag ein temporärer Wasserspielplatz im Stadtraum eingerichtet. An interaktiven Stationen konnten Kinder und Erwachsene selbst mit Wasser experimentieren, stauen, versickern lassen und so das Konzept der „Schwammstadt“ unmittelbar erleben. Der Ansatz war bewusst experimentell: Physische, sensorische und spielerische Elemente machten Wissen erfahrbar und luden zum Austausch ein. Das Format kombinierte Lernen, Begegnung und Diskussion und zeigte, wie komplexe Themen der Klimaanpassung niederschwellig und spielerisch in den öffentlichen Raum getragen werden können.



Am Donnerstag fand in der „1a Lage“ ein offenes Kochformat statt, das sozialen Austausch im öffentlichen Raum förderte. Eine mobile Küche und eine gemeinsame Tafel bildeten den Rahmen, unterstützt von Commons Kitchen mit geretteten Lebensmitteln.
Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit der Roma-Community, die in der Stuttgarter Innenstadt oft stigmatisiert und marginalisiert wird. Es dominieren Klischees, doch hinter diesen Zuschreibungen stehen Menschen – mit Stimmen, Träumen und einem ambivalenten Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Das Format stellte Fragen nach Zugehörigkeit, Teilhabe und dem Potenzial gegenseitigen Lernens: Wie zuhören, wenn niemand hinhört? Wie einbringen, wenn man nicht willkommen ist?.
Beim gemeinsamen Kochen kamen Passant:innen, Anwohner:innen, Sozialarbeiter:innen und Mitglieder der Roma-Community zusammen. Sprachliche Vielfalt, kulturelle Praktiken und geteilte Erfahrungen schufen einen Raum für Austausch und das gemeinsame Nachdenken über urbanes Zusammenleben.




Im Rahmen eines Schilder-Workshops in der 1a Lage wurden zentrale Themen, Thesen und widersprüchliche Positionen der Aktionswoche gemeinsam sichtbar gemacht. In einer anschließenden künstlerisch-performativen Parade trugen Teilnehmende diese Positionen in den Stadtraum und gaben dem Diskurs um eine inklusive Innenstadt eine öffentliche Form.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Fest mit Musik von Rhythm Composer in und vor der 1a Lage. Die während der Parade entwickelten Positionen blieben sowohl im öffentlichen Raum als auch in der Ausstellung präsent und luden zur weiteren Auseinandersetzung ein. Das Format übersetzte Demokratie in kollektives Handeln – sichtbar, hörbar und erlebbar im Stadtraum.



Aktionswoche für Teilhabe im Öffentlichen Raum
Team: Adapter, Projektbüro, LU'UM
Kunde*in: Stadtplanungsamt Stuttgart
2024-2025
Team LU'UM: Lucas Bartholl, Ali Haji, Hasible Kilci
Fotos: Vuk Kokot, Ali Haji
Gemeinsam mit Adapter und dem Projektbüro Hamburg wurde an der Königstraße 1A in Stuttgart erprobt, wie die Innenstadt zur „gemeinsamen Mitte aller“ werden kann. „Forschung kann immer nur eine Erkenntnis in einem bestimmten zeitlichen Moment festhalten. Doch Menschen und ihre Umwelt verändern sich ständig.“
LU’UM übernahm die Durchführung der Aktionswoche und übersetzte die AKUT-Ziele künstlerisch-experimentellen Formaten um: temporäre Begegnungsräume entstanden, Perspektiven verschoben sich, Irritationen waren gewollt. Themen wie Kulturstadt, Soziale Stadt und Klimastadt wurden in den Stadtraum getragen. Ziel war es, auch Menschen zu erreichen, die sonst wenig Berührung mit Stadtentwicklung haben – niedrigschwellig, sichtbar und für alle zugänglich.

Als transdisziplinärer Ansatz Urbaner Praxis verband die Woche Kunst, Design, Stadtplanung und soziale Arbeit zu einem taktischen Eingreifen in die alltägliche Stadterfahrung. Im Mittelpunkt stand ein künstlerisches Verfahren des Zuhörens – ein Raum, in dem „das Dasein der Anderen nicht zwangsläufig unsere Identität in Frage stellen muss“. Statt Daten zu erheben, wurden Situationen geschaffen, in denen Wahrnehmung selbst zur Form der Teilhabe wurde. Durch performative, spielerische und erfahrungsbasierte Interventionen wurde der Stadtraum zum Labor für demokratische Aushandlung und zu einem Möglichkeitsraum zwischen Institution und Straße.
Die Aktionswoche zeigte schließlich, was passiert, wenn Stadtverwaltung, Akteurinnen und Stadtmacherinnen gemeinsam experimentieren.
Der Tag begann mit einer offenen Lesung vor der 1a Lage. Ein Stuhlkreis, freie Plätze, Brezeln und Kaffee schufen eine einladende Atmosphäre. Passantinnen, Sozialarbeiterinnen, Vertreterinnen der Stadtplanung und Nachbarinnen kamen zusammen. Text und Gespräch wurden zur gemeinsamen Einstimmung auf das Tagesthema.



Am Dienstagmittag sang die Sopranistin Josefin Feiler (Stuttgarter Staatsoper) mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz komponierte Arien, bestehend aus Texten aus dem Konzeptpapier von AKUT zur Transformation der Stuttgarter Innenstadt. An drei Orten - Herzog-Christoph-Denkmal, Palast der Republik, Kleiner Schlossplatz - wurden die Arien der Öffentlichkeit vorgetragen. Eine einfache Leiter diente als mobile Bühne, begleitet von einem Infowagen mit weiterführenden Materialien zum AKUT-Projekt. Ziel der Straßenoperette war es, durch einen Moment der Irritation die Passant:innen zur Auseinandersetzung mit dem Transformationsprozess anzuregen. Gleichzeitig wurde erprobt, wie Kultur im öffentlichen Raum Barrieren abbauen kann und andere Zielgruppen erreichen kann. Über allem stand die Frage, wie Stadtentwicklungsprozesse von den künstlerischen Mitteln der Hochkultur profitieren können.


Im Sinne des Situationismus wurde gemeinsames Gehen als Wahrnehmungsübung genutzt, um Routinen zu durchbrechen und die Stadt neu zu erleben. „Kulturstadt“ thematisierte die Zugänglichkeit von Kulturinstitutionen, der „Spaziergang der Kontraste“ beleuchtete ökologische Aspekte der Klimastadt, und der „Nachtspaziergang Soziale Stadt“ machte soziale Ausschlüsse erfahrbar. So wurden Unsichtbares und Strukturen der Stadt sichtbar und erfahrbar.

Stuttgart zählt zu den am stärksten von Hitzebelastung betroffenen Städten und könnte bis 2050 zur heißesten Stadt Deutschlands werden. Um auf diese Herausforderung aufmerksam zu machen, wurde am Mittwochmittag ein temporärer Wasserspielplatz im Stadtraum eingerichtet. An interaktiven Stationen konnten Kinder und Erwachsene selbst mit Wasser experimentieren, stauen, versickern lassen und so das Konzept der „Schwammstadt“ unmittelbar erleben. Der Ansatz war bewusst experimentell: Physische, sensorische und spielerische Elemente machten Wissen erfahrbar und luden zum Austausch ein. Das Format kombinierte Lernen, Begegnung und Diskussion und zeigte, wie komplexe Themen der Klimaanpassung niederschwellig und spielerisch in den öffentlichen Raum getragen werden können.



Am Donnerstag fand in der „1a Lage“ ein offenes Kochformat statt, das sozialen Austausch im öffentlichen Raum förderte. Eine mobile Küche und eine gemeinsame Tafel bildeten den Rahmen, unterstützt von Commons Kitchen mit geretteten Lebensmitteln.
Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit der Roma-Community, die in der Stuttgarter Innenstadt oft stigmatisiert und marginalisiert wird. Es dominieren Klischees, doch hinter diesen Zuschreibungen stehen Menschen – mit Stimmen, Träumen und einem ambivalenten Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Das Format stellte Fragen nach Zugehörigkeit, Teilhabe und dem Potenzial gegenseitigen Lernens: Wie zuhören, wenn niemand hinhört? Wie einbringen, wenn man nicht willkommen ist?.
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Angaben gemäß § 5 DDG (ehemals § 5 TMG)
Marion Kleine-Onnebrink
Geschwister-Scholl-Straße 109
20251 Hamburg
Deutschland
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Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV
Marion Kleine-Onnebrink
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Wer ich bin
Ich bin Gestalter*in für partizipative Prozesse, kulturelle Bildung und Räume im Wandel.
Mit einem Hintergrund in Landschaftsarchitektur und Raumstrategien|Szenografie entwickle ich Formate, die Menschen aktiv einbinden – ob im Stadtraum, in Bildungsprojekten oder im kulturellen Kontext.
Ich arbeite konzeptstark, interdisziplinär und mit einem Blick für das Machbare. Dabei bringe ich Menschen zusammen, übersetze komplexe Themen in greifbare Erfahrungen und mache Beteiligung sichtbar – durch Workshops, Ausstellungen, Beteiligungsformate oder räumliche Interventionen.
Partizipative Gestaltung – von Bürgerbeteiligung bis Workshopkonzeption
Projektsteuerung & Konzeptentwicklung – für Kultur-, Kunst- und Bildungsprojekte
Szenografie & visuelle Kommunikation – Inhalte sichtbar, erfahrbar und zugänglich machen
Vernetzungsarbeit & Prozessbegleitung – lokal verankert, menschenorientiert
Ich arbeite für Kommunen, Initiativen, Kultureinrichtungen oder Bildungsträger – überall da, wo Gestaltung mit gesellschaftlicher Relevanz verbunden ist.
Kernkompetenzen
Urbane Praxis & ko-kreative Prozesse
Freiraumplanung & Partizipative Gestaltung
Konzeptentwicklung & Szenografie
Freiberuflerin – Urbane Praxis & Stadtentwicklung | seit 03/2023 | Hamburg
URBAN CATALYST GmbH | 09/2022 > 02/2023 | Mitarbeit
rabe landschaften | arge studio urbane landschaften - B | 06/2021 > 09/2022 | Mitarbeit
Freiberuflerin – Kollektiv raum station | 01/2017 > 2021 | Kiel
M.A. Raumstrategien – Szenografie & urbane Strategien | Muthesius Kunsthochschule | 2019 | Kiel
B. Eng. Freiraumplanung | Hochschule Osnabrück | 2016 | Osnabrück
Tools & Software
Adobe Creative Suite (Photoshop, InDesign, Illustrator)
Vetorworks
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